Vom 28. bis 31. Juli 2026 wurde die bayerische Landeshauptstadt zum Zentrum der Inklusionsforschung. Der 7. europäische Kongress der International Association for the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities (IASSIDD) zog internationale Delegierte und Wissenschaftler*innen unter dem Motto „real.time – Shaping the Future Together“ an und bewies eindrucksvoll, wie München als Gastgeberstadt von Kongressen glänzt. Die erfolgreiche Durchführung dieser hochkarätigen Veranstaltung unterstreicht einmal mehr die Rolle der Stadt als führende Metropole für wissenschaftlichen Austausch von Weltrang.
Professor Dr. Peter Zentel, Lehrstuhlinhaber im Bereich Pädagogik bei geistiger Behinderung an der Ludwig-Maximilians-Universität, hat sich aktiv dafür eingesetzt, diesen bedeutenden Kongress nach München zu bringen. Im Interview zieht er Bilanz über ein wegweisendes Event: Er spricht über die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Kongresses, seine Erfahrungen als Gastgeber vor Ort und die Frage, warum München die ideale Infrastruktur und den perfekten Boden für nachhaltige internationale Netzwerke bietet.
Die IASSIDD – International Association for the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities – ist einer der weltweit bedeutendsten Wissenschaftsverbände im Bereich geistiger und entwicklungsbezogener Behinderungen. Ihre Kongresse greifen die zentralen Themen des Fachgebiets auf und bringen Wissenschaftler*innen, Fachkräfte und zunehmend auch Menschen mit geistiger Behinderung aus vielen Ländern zusammen.
In den vergangenen Jahren hat insbesondere die Partizipation an Bedeutung gewonnen, also die aktive Einbeziehung von Menschen mit geistiger Behinderung in Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Deshalb haben wir sowohl im Vorprogramm als auch im Hauptkongress zahlreiche, teilweise technisch unterstützte Maßnahmen umgesetzt, um die Konferenz möglichst barrierearm und partizipativ zu gestalten.
Mein persönliches Highlight war die inklusive Tanzaufführung am ersten Abend. Unter der Leitung des Choreografen Alan Brooks standen rund 30 Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne. Die Aufführung war künstlerisch sehr eindrucksvoll und zugleich ein berührendes Beispiel dafür, wie selbstverständlich gelebte Inklusion sein kann.
Die großzügige Förderung durch die Bayerische Kongressinitiative hat uns wichtige zusätzliche Gestaltungsspielräume eröffnet. Gemeinsam mit der Unterstützung durch die Landeshauptstadt München konnten wir eine internationale wissenschaftliche Konferenz ausrichten, die hohen Ansprüchen sowohl an die technische Umsetzung als auch an Barrierefreiheit, Partizipation und inklusive Gestaltung gerecht wurde.
Damit konnten wir zugleich zeigen, dass die LMU, die Stadt München und der Freistaat Bayern hervorragende Voraussetzungen für die Durchführung innovativer und international ausgerichteter Wissenschaftskongresse bieten.
Viele Teilnehmer*innen haben uns zurückgemeldet, dass München als Stadt und Süddeutschland als Region ein wichtiger Grund für ihre Teilnahme waren. Obwohl es sich um einen europäischen Regionalkongress handelte, konnten wir Gäste aus allen Kontinenten begrüßen.
Auch der Termin Ende Juli erwies sich als sehr günstig, da zahlreiche internationale Teilnehmer*innen den Kongress mit einem privaten Aufenthalt in München, Deutschland oder anderen Teilen Europas verbunden haben. Hinzu kommen die gute internationale Erreichbarkeit, die wissenschaftliche Infrastruktur und die hohe Attraktivität der Stadt.
Für mich gehört der Weg vom Marienplatz über den Odeonsplatz bis in den südlichen Teil des Englischen Gartens zu den schönsten Seiten Münchens. Auf relativ kurzer Strecke lassen sich dort die historische Innenstadt, bedeutende kulturelle Orte und das besondere Zusammenspiel von Stadt und Natur erleben. Dieser Bereich ist für mich ein Muss bei jedem Besuch in München.
Mit internationalen Gästen gehe ich sehr gerne in den Georgenhof. Dort findet man vieles von dem, was Besucher*innen mit München und Bayern verbinden: regionale Küche, eine angenehme Atmosphäre und herzliche Gastfreundschaft. Besonders schätze ich den freundlichen und flexiblen Service, der sehr selbstverständlich auf Gäste unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Bedürfnissen eingeht.
Mein persönlicher Tipp führt etwas über das unmittelbare Münchner Umland hinaus: Salzburg ist von München aus mit dem Regionalzug unkompliziert zu erreichen und bietet eine ganz eigene Atmosphäre. Für viele unserer internationalen Gäste war es ein besonderes Erlebnis, innerhalb kurzer Zeit in ein anderes europäisches Land reisen und eine weitere bedeutende Kulturstadt kennenlernen zu können.